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Eine wirksame Migränetherapie nutzt nicht nur den Patienten, sondern ist auch volkswirtschaftlich sinnvoll


Eine wirksame Migränetherapie nutzt nicht nur den Patienten, sondern ist auch volkswirtschaftlich sinnvoll

(Elzach) In Europa gehen Migränepatienten aufgrund ihrer Beschwerden im Durchschnitt an drei bis sechs Tagen pro Jahr nicht zur Arbeit. Dieser Arbeitsausfall allein belastet die deutsche Volkswirtschaft mit schätzungsweise 4,75 Milliarden Mark jährlich. Hinzu kommen die Kosten durch eingeschränkte Produktivität, da viele Patienten trotz Kopfweh zur Arbeit gehen. Dies belegt, so Experten der Deutschen Migräne- und Kopfschmerzgesellschaft, die Bedeutung einer effektiven Therapie.

In Deutschland leiden etwa zehn Prozent der erwachsenen Bevölkerung, etwa fünf Millionen Menschen, an Migräne. Das Gewitter im Kopf beeinträchtigt das Leben der Patienten erheblich und belastet die Volkswirtschaft. Für die medizinische Versorgung geben Krankenversicherungen und Patienten, die sich häufig mit frei verkäuflichen Arzneimitteln selbst behandeln, zur Zeit etwa 930 Millionen Mark pro Jahr aus. Der Löwenanteil ­ 570 Millionen Mark ­ entfällt dabei auf die Ausgaben für frei verkäufliche Medikamente. Die ärztlich verordneten Mittel schlagen hingegen nur mit 130 Millionen Mark zu Buche. Hinzu kommen Kosten für die ambulante Migränebehandlung in Höhe von 180 Millionen Mark, 50 Millionen kostet die stationäre Therapie.

Ungleich höher sind jedoch die Kosten durch Fehltage am Arbeitsplatz und eingeschränkte Produktivität: Sie betragen Schätzungen zufolge zusammen über acht Milliarden Mark. “Ein erheblicher Teil dieser indirekten Kosten”, vermutet Dr. Stefan Evers von der Neurologischen Universitätsklinik Münster, “dürfte durch unzureichende und falsche Therapien verursacht werden.”

Eine Studie französischer Forscher belegt nun, dass Migränepatienten in einem Untersuchungszeitraum von drei Monaten an durchschnittlich acht Tagen unter Kopfschmerzen leiden und an 1,5 Tagen aufgrund ihrer Beschwerden der Arbeit fernbleiben müssen. Nicht-Migräniker hingegen berichten von 2,2 Kopfschmerztagen pro Quartal und gehen deshalb im Mittel an 0,96 Tagen nicht zur Arbeit. “Auffallend ist”, so Professor Hans-Christoph Diener von der Neurologischen Universitätsklinik in Essen, “dass viele Migränepatienten trotz ihrer Kopfschmerzen zur Arbeit gehen.” Hochgerechnet auf die gesamte arbeitende Bevölkerung in Frankreich liegen die Kosten allein durch migränebedingte Arbeitsausfälle dort bei 5,22 Milliarden Franc.

Die Zahlen, die die französischen Wissenschaftler bei ihrer Untersuchung von 385 Migränekranken und 313 Kontrollpersonen erhoben haben, stimmen gut mit anderen Daten aus England, Dänemark, den Niederlanden und den USA überein. In Europa gehen Migräniker im Schnitt an drei bis sechs Tagen pro Jahr nicht zur Arbeit, in den USA bleiben sie zwischen vier und sieben Tagen insgesamt pro Jahr zu Hause. In Deutschland belastet allein die Arbeitsunfähigkeit von Migränepatienten die Volkswirtschaft im Schnitt mit 4,7 Milliarden Mark. “Dies belegt”, so Diener, “die volkswirtschaftliche Notwendigkeit einer guten und wirksamen Akuttherapie für Patienten mit Migräne-Attacken.”

Quelle: Kopfschmerz-News 4/99, Deutsche Migräne- und Kopfschmerzgesellschaft

(Cephalalgia 19:503-5120).


Eine Liste mit Kopfschmerz-Experten in der jeweiligen Region

ist beim Generalsekretär und Pressesprecher der DMKG erhältlich.

Dr. Arne May

Privatdozent

Neurologische Universitätsklinik

Universitätsstr. 84, 93053 Regensburg

Tel: 0941-941 30 70

Fax: 0941/941 6 30 70

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Die Mitglieder-Liste und weitere Informationen über Kopfschmerz und Migräne auch unter: http://www.dmkg.de