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Mißbrauch von Schmerzmitteln

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Mißbrauch von Schmerzmitteln macht

Migräne-Prophylaxe wirkungslos

(Elzach) Wenn Migränepatienten zu häufig Schmerz- oder Migränemittel einnehmen, steigt ihr Risiko, daß ihnen eine Migräne-Prophylaxe mit anderen Medikamenten nicht hilft. Darauf weist die Deutsche Migräne- und Kopfschmerzgesellschaft in den Kopfschmerz-News hin.

Wenn Patienten häufiger als drei Mal pro Monat unter schweren Migräneattacken leiden oder die Anfälle auf eine Akutbehandlung schlecht ansprechen, verordnen Ärzte – neben gezielten Entspannungsverfahren – oft spezielle Medikamente, um den Anfällen vorzubeugen. Dabei handelt es sich nicht um Schmerzmittel, sondern beispielsweise um bestimmte Betarezeptoren-Blocker oder den Kalzium-Antagonisten Flunarizin. Diese Arzneimittel reduzieren die Häufigkeit und Schwere der Schmerzattacken. Somit können die Patienten Schmerz- und Migränemittel einsparen, da diese bei zu häufigem Gebrauch selbst Kopfschmerzen verursachen können.

Allerdings dauert es mehrere Wochen bis sich herausstellt, ob die medikamentöse Prophylaxe in einem individuellen Fall tatsächlich wirksam ist. Darum suchen Kopfschmerz-Spezialisten nach Faktoren, die dabei helfen können, jene Patienten zu identifizieren, die wahrscheinlich von dieser Behandlung profitieren.

Bei einer Studie haben nun italienische Forscher herausgefunden, daß eine Prophylaxe mit der Substanz Flunarizin dann erfolgreich ist, wenn die Migräne in der Familie eines Patienten gehäuft auftritt oder wenn die Attacken besonders schwer sind. (Cephalalgia 1998, 18: 349-352)

Demgegenüber sinkt die Wahrscheinlichkeit, daß eine Prophylaxe hilft, wenn Patienten mehr als acht Mal pro Monat unter einer Attacke leiden oder über längere Zeit Schmerzmittel täglich oder fast täglich geschluckt haben. �Diese Studie bestätigt erstmals die Beobachtung vieler Kopfschmerz-Spezialisten”, so Professor Hans Christoph Diener von der Neurologischen Universitätsklinik in Essen, �daß ein Analgetika-Mißbrauch die prophylaktische Wirkung von Flunarizin aufhebt.” Darum, so der Experte weiter, sei in solchen Fällen zunächst eine Entzugsbehandlung erforderlich. Danach könne dann ein erneuter Versuch zur Migräne-Prophylaxe mit Medikamenten und nicht-medikamentösen Maßnahmen unternommen werden.


Eine Liste mit Kopfschmerz-Experten in der jeweiligen Region

ist beim Generalsekretär und Pressesprecher der DMKG erhältlich.

Prof. Dr. Gunther Haag

Elztal Klinik

Pfauenstr. 6, 79215 Elzach-Oberprechtal

Tel.: (07682) 805-333, Fax: (07682) 805-135

Die Mitglieder-Liste und weitere Informationen über Kopfschmerz und Migräne auch unter: http://www.dmkg.de