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Kopfschmerzen sind bei älteren Menschen seltener, aber öfters ein Warnsignal

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Kopfschmerzen sind bei älteren Menschen seltener,

aber öfters ein Warnsignal

Auch ältere Menschen haben Kopfschmerzen, allerdings nicht so häufig wie Jüngere. Auch ändern sich mit den Ursachen die Art der Beschwerden. Treten Kopfschmerzen erstmals im Alter auf, ist Vorsicht geboten: Bei etwa 15 Prozent der älteren Patienten deuten neu auftretende Beschwerden auf eine ernsthafte Erkrankung hin, betonen Experten auf dem Deutschen Schmerztag.

Eine Umfrage im US-Bundesstaat Florida bei 3.000 älteren Menschen belegt: Knapp 14 Prozent der Frauen und 6,5 Prozent der Männer leiden unter Kopfschmerzen. “Der wachsende Anteil älterer Menschen in der Bevölkerung hat jedoch zur Folge, daß sich das Häufigkeitsspektrum der einzelnen Kopfschmerzformen verändert” erklärt Professor Hans Dieter Langohr, Neurologe am Städtischen Klinikum Fulda. Ältere Menschen, dies zeigen neuere Untersuchungen, leiden unter anderen Kopfschmerzformen als jüngere. Bei jungen Leuten und Menschen im mittleren Alter sind die sogenannten primären Kopfschmerzen – also Migräne und Spannungskopfschmerz – mit 31 beziehungsweise 20 Prozent die häufigsten Kopfschmerzarten. Im höheren Lebensalter leiden hingegen 27 Prozent der Patienten an Spannungskopfschmerzen und der Anteil der Migräniker sinkt auf 15 Prozent.

“Neu auftretende Kopfschmerzen im Alter bedürfen dringend einer neurologischen Diagnostik”, rät Langohr. Denn bei 15 Prozent der älteren Patienten handelt es sich um sogenannte symptomatische Kopfschmerzen, die auf eine Erkrankung hindeuten. Hingegen ist dies nur bei 1,6 Prozent der jüngeren Kopfschmerzpatienten der Fall.

Die Ursachen von neu auftretenden Kopfschmerzen bei älteren Patienten sind häufig Entzündungen des Gesichtsnerven, Blutungen in den Hirnhäuten oder im Gehirn, ein Hirntumor oder besonders hoher Blutdruck sowie Abnutzungserscheinungen der Halswirbelsäule. Auch kann eine Entzündung der Schläfenarterie plötzlich Kopfschmerzen auslösen. “Der Betroffene ist aber nicht in der Lage, diese Schmerzen von weniger gefährlichen zu unterscheiden”, erklärt Langohr. Die Entzündung der Schläfenarterie kann jedoch zur Erblindung führen. Wird sie rechtzeitig erkannt, ist sie mit Kortikosteroiden gut zu behandeln.

Altersbedingte Veränderungen beeinflussen die Kopfschmerzform

“Daß die Migräne im Alter seltener ist, wird auf eine verminderte Reagibilität der Blutgefäße im Kopf zurückgeführt”, erklärt der Experte aus Fulda. Altersbedingter Verschleiß in der Halswirbelsäule sowie depressive Verstimmungen könnten der Grund für die im Alter häufiger diagnostizierten Spannungskopfschmerzen sein. “Auch Schlafstörungen und die Lebensumstände des alternden Menschen mögen einen Einfluß haben”, meint Langohr.

Ältere Männer leiden insgesamt seltener unter Kopfschmerzen und haben auch weniger Probleme mit Migräne. Dafür leiden sie öfters unter seltenen Kopfschmerzformen. Dazu gehören etwa der besonders qualvolle Cluster-Kopfschmerz sowie Kopfschmerzen nach einem Trauma oder bei großer Anstrengung. “Alte Frauen leiden dagegen häufiger unter Spannungskopfschmerzen, aber auch unter Trigeminusneuralgie, der Entzündung des Gesichtsnerven.”

Rückfragen an:

Prof. Dr. med. Hans-Dieter Langohr

Chefarzt der Klinik für Neurologie

Städtisches Klinikum Fulda

Pacelliallee 4

36043 Fulda

Tel.: 0661-84-5530

Fax: 0661-84-5533


Eine Liste mit Kopfschmerz-Experten in der jeweiligen Region

ist beim Generalsekretär und Pressesprecher der DMKG erhältlich.

Prof. Dr. Gunther Haag

Elztal Klinik

Pfauenstr. 6, 79215 Elzach-Oberprechtal

Tel.: (07682) 805-333, Fax: (07682) 805-135

Die Mitglieder-Liste und weitere Informationen über Kopfschmerz und Migräne auch unter: http://www.dmkg.de