Categories
Articles

Kopfschmerz-News

.

< – Inhaltsverzeichnis


6. Spannungskopfschmerz

***Prior MJ, Cooper KM, May LG, Bowen DL. Efficacy and safety

of acetaminophen and naproxen in the treatment of tension-type

headache. A randomized, double-blind, placebo-controlled trial.

Cephalalgia 2002;22:740-748

Zusammenfassung:

Der episodische Spannungskopfschmerz

ist das häufigste

Kopfschmerzsyndrom überhaupt.

Die Lebenszeitprävalenz

liegt bei 78%. Es handelt sich

um einen dumpf-drückenden

Kopfschmerz mit geringen

vegetativen Begleitsymptomen.

Die meisten Patienten mit

episodischem Spannungskopfschmerz

behandeln diesen mit

freiverkäuflichen Analgetika.

Für die Beratungstätigkeit des

schmerztherapeutisch tätigen

Neurologen ist es daher wichtig,

zu wissen, welche Medikamente

für die Selbstmedikation empfohlen

werden können. Es

handelte sich um eine randomisierte,

doppelblinde, plazebokontrollierte

Studie, die im Jahr

1993 in den Vereinigten Staaten

durchgeführt wurde. Eingeschlossen

wurden Patienten mit

episodischem Spannungskopfschmerz,

die ihre Kopfschmerzen

üblicherweise mit freiverkäuflichem

Schmerzmittel

behandelten. Die Behandlung

erfolgte entweder mit 1000 mg

Paracetamol, 350 mg Naproxen

oder Plazebo. Die Schmerzintensität

mußte mindestens

mittelschwer sein, bevor die

betroffenen Patienten ihre

Studienmedikation einnehmen

konnten. Die Schmerzintensität

wurde in einem Kopfschmerztagebuch

über einen Zeitraum von

6 Std. gemessen. Die Schmerzintensität

wurde auf einer Fünferskala

zwischen 0 (kein

Schmerz) und 4 (starker

Schmerz) eingestuft. Die Patienten

durften eine Stunde nach

Einnahme der Medikation eine

Rettungsmedikation benutzen.

Als Endpunkt wurden die aufsummierten

Schmerzintensitätsdifferenzen

bezogen auf die

Baseline berechnet (SPID) und

die maximale Schmerzlinderung

über die Zeit. Insgesamt 963

Patienten wurden in die Studie

eingeschlossen, von denen

letztendlich dann 304 mit 1000

mg Paracetamol, 295 mit 375

mg Naproxen und 301 mit

Plazebo behandelt wurden. Der

Anteil der Frauen in der Studienpopulation

betrug zwischen

66 und 78%. Ab der 1. Stunde

nach Einnahme ergab sich eine

signifikante Überlegenheit von

Paracetamol gegenüber Plazebo

und am Ende der 2. Stunde

waren beide Analgetika signifikant

wirksamer als Plazebo. Der

Prozentsatz der Patienten, der

nach 2 Stunden schmerzfrei

war, betrug 36,8% mit Paracetamol,

31,5% mit Naproxen und

25,9% mit Plazebo. Der Unterschied

war nur für Paracetamol

signifikant. Bzgl. Nebenwirkungen

ergaben sich keine Unterschiede

zwischen den Studienmedikamenten.

Kommentar:

Die hier vorliegende Studie

wurde von der Fa. McNeil in

den Vereinigten Staaten

durchgeführt. Diese Firma

vertreibt Paracetamol. Das

Studiendesign erklärt die

Tatsache, daß in der hier

durchgeführten Studie

Paracetamol genauso wirksam

war wie ein nichtsteroidales

Antirheumatikum, wobei die

klinische Erfahrung und frühere

Studien eher für eine Überlegenheit

des nichtsteroidalem

Antirheumatikums sprechen.

Der Grund liegt in der zu niedrigen

Dosis von Naproxen. Die

Äquivalenzdosis gegenüber

1000 mg Paracetamol wären

500-750 mg Naproxen. Diese

höhere Dosis war in einer

früheren Studie auch tatsächlich

wirksamer als Paracetamol. Die

beruhigende Schlußfolgerung

der hier durchgeführten Studie

ist allerdings, daß beide Medikamente

sehr gut vertragen

werden und kaum zu Nebenwirkungen

führen. (HCD)


DMKG