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Migräne, Klinik

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02. Migräne, Klinik

*** Marcus DA, Scharff L, Turk D. Longitudinal prospective study of headache during pregnancy and postpartum. Headache 1999;39:625-632

Zusammenfassung: Oestrogen ist ein wichtiges Hormon, das die Schwelle für Migräneattacken und andere Kopfschmerzen beeinflussen kann. Ein ideales biologisches Modell ist hier die Schwangerschaft, in der die Oestrogenspiegel sehr hoch sind. Retrospektive Studien hatten ergeben, daß es bei etwa der Hälfte der Frauen mit Migräne und bei etwa einem Drittel der Frauen mit Spannungskopfschmerz zu einer Verbesserung während der Schwangerschaft kommt. Die amerikanischen Autoren führten jetzt eine der ersten prospektiven Studien durch. Frauen wurden während der frühen Stadien ihrer Schwangerschaft über Anzeigen aufgefordert, an der Studie teilzunehmen. Insgesamt nahmen 56 Frauen an der Studie teil und waren bereit, während der Schwangerschaft ein Kopfschmerztagebuch zu führen. Das mittlere Alter der Frauen betrug 29 Jahre und sie litten im Mittel seit neun Jahren unter Kopfschmerzen. 18 der Frauen litten unter Migräne, 16 unter Spannungskopfschmerzen und 15 unter einer Kombination von Migräne und Spannungskopfschmerzen. Insgesamt kam es zu einer etwa 30%igen Verbesserung der Kopfschmerzen zwischen dem zweiten und dritten Trimester. Bei 41% der Frauen kam es zu einer signifikanten Besserung der Kopfschmerzen. Die Besserung war bei Frauen mit Migräne ausgeprägter als bei Frauen mit Spannungskopfschmerz. Frauen, bei denen am Ende des ersten Trimesters noch Kopfschmerzen bestanden, hatten in der Regel auch während dem Rest der Schwangerschaft unter Kopfschmerzen zu leiden.

Kommentar: Diese prospektive Studie ergibt Zahlen für die Besserung von Migräne und Spannungskopfschmerz während der Schwangerschaft, die niedriger sind als bisher in retrospektiven Studien erhoben. Dies mag u.a. damit zusammenhängen, daß Frauen rekrutiert wurden, die im ersten Trimester ihrer Schwangerschaft unter Kopfschmerzen litten. Frauen, bei denen in der Frühschwangerschaft die Kopfschmerzen bereits verschwunden waren, konnten in die Studie nicht mehr aufgenommen werden. (HCD)


DMKG